Von Radar bis Resilienz: Erfolgreicher Auftakt der AIRlabs 2.0 Networking Series an der TU Graz
Wie können moderne Radarsysteme die Sicherheit unbemannter Luftfahrzeuge erhöhen? Welche Rolle spielen intelligente Sensoren und KI bei der Drohnendetektion? Und welche neuen Erkenntnisse liefert die aktuelle Forschung zu Vereisungsbedingungen für UAVs?
Mit diesen und vielen weiteren Fragestellungen beschäftigte sich das erste AIRlabs 2.0 Netzwerktreffen „Von Radar bis Resilienz: Schlüsseltechnologien für Drohnendetektionssysteme“, das an der TU Graz stattfand. Insgesamt 19 Teilnehmende aus Forschung, Industrie und der UAS-Community nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen und Einblicke in den neuesten Stand der Forschung zu erhalten.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Wolfgang Bösch (TU Graz) der die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit für die Weiterentwicklung unbemannter Luftfahrtsysteme hervorhob.
Aktuelle Entwicklungen im Bereich Radar- und Sensortechnologien
Den Auftakt der Fachvorträge machte Daniel Oloumi von Infineon mit Einblicken in aktuelle Entwicklungen von X-/Ku-band Phase Array Radarsystemen und die Arbeit von Infineon in diesem Bereich. Diese Technologien ermöglichen eine hochflexible elektronische Strahlsteuerung und bilden die Grundlage für zahlreiche Anwendungen – von Sicherheitslösungen bis hin zu zukünftigen Mobilitätskonzepten.
Anschließend präsentierte Behrooz Rezaee vom Institut für Hochfrequenztechnik der TU Graz die Ergebnisse seiner Bachelorarbeit zur Entwicklung, Kalibrierung und experimentellen Charakterisierung eines integrierten 10-GHz-Phased-Array-Antennensystems. Der Vortrag zeigte eindrucksvoll, welchen Beitrag universitäre Forschung und der wissenschaftliche Nachwuchs zur Weiterentwicklung moderner Antennentechnologien leisten. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit war die Weiterentwicklung und Realisierung sogenannter Filtennas, bei denen Filter und Antenne in einer gemeinsamen Struktur integriert werden. Diese Technologie ermöglicht eine höhere Systempräzision sowie eine kompakte und platzsparende Bauweise von Antennensystemen.
Mit der Skyguard-Radarplattform stellte Helmut Paulitsch, ebenso vom Institut für Hochfrequenztechnik der TU Graz, schließlich eine Forschungsinfrastruktur vor, die unterschiedlichste Anwendungen ermöglicht – von der Erfassung und Verfolgung von Drohnen bis hin zu wissenschaftlichen Fragestellungen außerhalb der klassischen Luftfahrtforschung.
Praxisnahe Einblicke in moderne Radartechnologien
Ein besonderes Highlight war der Einblick in die Skyguard-Radarplattform, den Helmut Paulitsch im Rahmen seines Vortrags präsentierte. Ergänzt wurde dieser durch die Live-Demonstration eines mmWave-Radarsystems zum Indoor-People-Tracking.
Dabei wurde gezeigt, wie moderne Radarsensoren Personen und ihre Bewegungen kontaktlos und in Echtzeit erfassen können. Solche Systeme arbeiten unabhängig von Lichtverhältnissen und bieten interessante Perspektiven für zukünftige Anwendungen in der Automatisierung, Robotik sowie im Bereich autonomer Systeme.
Gerade diese Verbindung aus wissenschaftlichen Vorträgen und praxisnahen Demonstrationen machte die Veranstaltung besonders greifbar und sorgte für intensive Diskussionen unter den Teilnehmenden.
IFIRE
Mehr Sicherheit bei Vereisungsbedingungen
Großes Interesse weckte außerdem der Vortrag von Tani Satyanarayana zu aktuellen Ergebnissen des Forschungsprojekts IFIRE (Innovative Forecasting of Icing in Real Environment).
Das Projekt beschäftigt sich mit der Vorhersage und Diagnose von Vereisungsbedingungen, um den sicheren Betrieb unbemannter Luftfahrzeuge auch unter anspruchsvollen Wetterbedingungen weiter zu verbessern.
Präzisere Wetterinformationen und innovative Vorhersagemodelle leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Einsatzplanung und zum Risikomanagement zukünftiger UAV-Missionen.
Für AIRlabs Austria besitzt IFIRE eine besondere Bedeutung: Bis Ende 2025 war AIRlabs Konsortialführer des Projekts. Umso mehr freut es uns, die Weiterentwicklung der Forschung auch nach Abschluss der Projektkoordination begleiten zu dürfen. Bereits in Kürze werden auf der IFIRE-Webseite neue Ergebnisse und Einblicke veröffentlicht.
Sicherheit aus unterschiedlichen Perspektiven
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung gab David Pommerenke vom Institut für Elektronik der TU Graz Einblicke in die elektromagnetische Signatur von Drohnen und deren elektromagnetische Abwehr.
Der Vortrag verdeutlichte, wie vielfältig die Herausforderungen rund um zukünftige UAV-Anwendungen inzwischen geworden sind. Neben Flugleistung und Navigation gewinnen Themen wie Detektion, Resilienz und Schutz kritischer Infrastrukturen zunehmend an Bedeutung.
Vernetzung als Schlüssel für Innovation
Neben den fachlichen Inhalten stand vor allem eines im Mittelpunkt: der persönliche Austausch. Zwischen den Vorträgen, während der Demonstrationen und beim gemeinsamen Networking entstanden zahlreiche Gespräche über aktuelle Forschungsprojekte, neue Kooperationen und zukünftige Entwicklungen.
Das erste Treffen der AIRlabs 2.0 Networking Series hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll solche Formate für die UAS-Community sind. Sie schaffen Raum für neue Ideen, fördern den Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie und bringen Expert:innen unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Vortragenden, Teilnehmenden und der TU Graz für die gelungene Veranstaltung und freuen uns bereits auf die nächsten Termine.