Rückblick auf die 6. AIRlabs Zukunftskonferenz am Flughafen Graz
Am 9. Dezember 2025 traf sich die Drohnen-Community in Graz zur 6. AIRlabs Zukunftskonferenz unter dem Leitgedanken „Today and Tomorrow – Global Benchmarks for UAS-Applications“. Die Veranstaltung brachte nationale und internationale Expertinnen und Experten aus Forschung, Industrie und Behörden zusammen und bot nicht nur Raum für fachlichen Austausch, sondern auch für einen Rückblick auf sechs Jahre AIRlabs Austria Innovationslabor sowie einen Ausblick auf die Zukunft der unbemannten Luftfahrt.
Sechs Jahre AIRlabs – Meilensteine, Emotionen und ein Blick nach vorne
Den Auftakt bildete eine gemeinsame Präsentation von Roswitha Wiedenhofer-Bornemann, Geschäftsführerin von AIRlabs Austria, und Holger Friehmelt, Technischer Direktor. In eindrucksvollen Bildern und Geschichten wurden Meilensteine, Erfolge, Rückschläge und emotionale Momente aus sechs Jahren AIRlabs sichtbar. Für beide war es ein besonderer Moment, kurz vor dem Neustart von AIRlabs 2.0 innezuhalten und gemeinsam zurückzublicken. Freude, Neugierde und Spannung waren dabei ebenso spürbar wie der gemeinsame Wille, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
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Mehr InformationenInternationale Benchmarks und Best Practice aus dem UAS-Bereich
Einen technologischen Schwerpunkt setzte die Keynote von Nils Gageik von EmQopter. Er präsentierte den aktuellen Stand der Technik im Einsatz von Drohnen in der Energiewirtschaft und veranschaulichte konkrete Anwendungsfälle durch eine Live-Demonstration. Dabei wurde deutlich, wie Drohnen bereits heute einen wesentlichen Beitrag zu Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in industriellen Anwendungen leisten.
Im Anschluss gab Alberto Iovino Einblicke in den italienischen Erfolgsweg von der USSP- und CISP-Zertifizierung hin zu operativer Exzellenz im UAS-Betrieb. Iovino ist im Umfeld von ENAV und D-Flight tätig und war maßgeblich daran beteiligt, dass D-Flight als erste Organisation in Europa sowohl als U-Space Service Provider als auch als Common Information Service Provider zertifiziert wurde. Sein Vortrag zeigte eindrucksvoll, wie regulatorische Rahmenbedingungen, technische Systeme und operative Erfahrung erfolgreich zusammenspielen können.
Forschung, Ausbildung und Qualifizierung als Schlüsselfaktoren
FFG Take Off Projekte: IFIRE & DroneExpert
Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz lag auf sicherem Drohnenbetrieb unter anspruchsvollen Umweltbedingungen. Vorgestellt wurde unter anderem das Projekt IFIRE – Icing Forecast in Real Environment, das sich mit der sicheren Durchführung von UAS-Einsätzen trotz Vereisungsrisiken beschäftigt und neue Ansätze für Vorhersage und Risikobewertung entwickelt.
Darauf aufbauend präsentierte Gernot Paulus von der FH Kärnten das TakeOff Qualification Network „Drone Expert“. Ziel dieses Projekts ist der Aufbau eines nationalen Qualifizierungsnetzwerks, das eine umfassende und standardisierte Ausbildung von Drohnenexpertinnen und Drohnenexperten in Österreich ermöglichen soll. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Professionalisierung und Vergleichbarkeit von Qualifikationen im UAS-Bereich geleistet.
Internationale Perspektiven aus dem hohen Norden
Mit seinem Beitrag zu Benchmark-Beispielen aus Forschung und Entwicklung am Arctic Aviation Hub brachte Magnus Wiklund eine internationale Perspektive in die Konferenz ein. Der Arctic Aviation Hub gilt als besonderer Innovationsstandort, da er reale Testbedingungen in arktischer Umgebung mit moderner Infrastruktur verbindet. Kälte, Dunkelheit und extreme Wetterbedingungen machen ihn zu einem einzigartigen Testfeld für neue Technologien in der Luftfahrt und unbemannten Systeme.
Wirtschaft, Wettbewerb und Nachwuchsförderung
In der anschließenden Podiumsdiskussion stand die Frage im Mittelpunkt, welche Faktoren Regionen im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig machen und wie wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Innovation und Regulierung zusammenspielen müssen, um Drohnenanwendungen erfolgreich zu skalieren.
Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung der World Champions des AIAA Design-Build-Fly Wettbewerbs durch joanneum Aeronautics. Das Team der FH JOANNEUM zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in der Ausbildung und Förderung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses steckt und welchen Beitrag junge Talente zur Weiterentwicklung der Luftfahrt leisten können.
AIRlabs 2.0 – Gemeinsam in die Zukunft
Zum Abschluss der Zukunftskonferenz wurde das zukünftige Mitgliedermodell von AIRlabs Austria vorgestellt und ein Ausblick auf AIRlabs 2.0 gegeben. Trotz des Endes der bisherigen Förderperiode stehen wir geschlossen hinter AIRlabs und hinter dem Anspruch, Drohnentechnologie verantwortungsvoll, sinnvoll und nachhaltig für Industrie und Gesellschaft einzusetzen. Gemeinsam richtet sich der Blick nach vorne auf neue Projekte, neue Partnerschaften und eine gemeinsame Zukunft im UAS-Bereich.
Ein Abend voller Inspiration mit dem Arctic Expedition Team
Den emotionalen Abschluss des Konferenztages bildete das gemeinsame Dinner mit einer besonderen Dinnerspeech des FH JOANNEUM Arctic Expedition Teams. Gespannt wurde zugehört, nachgefragt, gelacht und gestaunt, als das Team von Forschungsarbeiten und dem Leben in Grönland berichtete. Von logistischen Herausforderungen nach dem Motto „Wenn es keine Eier gibt, gibt es keine Eier“ bis hin zu hochaktuellen Forschungsprojekten spannte sich der Bogen der Erzählungen.
Besonders eindrucksvoll waren die Berichte zu Forschungsprojekten rund um Gletscherschmelzwasser sowie zu KI-basierten Sicherheitssystemen, die Bären erkennen und Forscher:innen sowie Bewohner:innen frühzeitig warnen sollen. Auch die Rolle der Drohnentechnik spielte eine zentrale Rolle, etwa in der Ausbildung zur Drohnenpilotin und beim erfolgreichen Einsatz unter extremen Bedingungen. Die Schilderungen über Polarfüchse, Improvisation vor Ort und intensive Vorbereitungsphasen machten deutlich, wie viel Leidenschaft und Erfindergeist in diesen Expeditionen stecken.